Infoveranstaltung zum Pflegestärkungsgesetz II

In der Pflege gibt es ab dem 01.01.2017 einige Änderungen. Welche Änderungen die Bewohnerinnen und Bewohner eines Pflegeheimes betreffen, wie z.B. die Überleitung der Pflegestufen in Pflegegrade oder der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE), erläuterte der Geschäftsführer der stationären Altenhilfe des ASB Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Dieckhoff in einer speziellen Infoveranstaltung am 28.09.2016 im ASB Seniorenzentrum Otterberg.

 

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Um zukünftig Pflegebedürftigkeit einzuschätzen, wird der Grad der Selbstständigkeit bei der Durchführung von Aktivitäten oder der Gestaltung von Lebensbereichen und die Abhängigkeit von personeller Hilfe in allen relevanten Bereichen der elementaren Lebensführung eingeschätzt. Neuer Maßstab ist der Grad der Selbstständigkeit und nicht mehr der Zeitaufwand des Hilfebedarfs. Dieser Grad der Selbstständigkeit wird in sechs pflegerelevanten Lebensbereichen (Modulen) betrachtet und gewichtet. In einem komplizierten Berechnungsverfahren wird eine Gesamtbewertung aller Fähigkeiten und Beeinträchtigungen vorgenommen. Das Ergebnis daraus entscheidet über die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade. Die Pflegestufen aller Menschen, die sich jetzt schon in einer Pflegeeinrichtung befinden, werden zum 01.01.2017 in Pflegegrade umgeschlüsselt. So erhält jemand mit einer Pflegestufe automatisch den nächsthöheren Pflegegrad (Pflegestufe 1 wird zu Pflegegrad 2, Pflegestufe 2 zu Pflegegrad 3 usw.). Die Pflegestufen von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (meA) werden in den übernächsten Pflegegrad umgeschlüsselt (Pflegestufe meA wird zu Pflegegrad 3 etc.). Niemand wird schlechter gestellt. Es gilt ein lebenslanger Bestandschutz, d. h. dass kein bisher Pflegebedürftiger durch eine Neubegutachtung schlechter gestellt werden kann. Die Überleitungsregel führt sogar bei einem Großteil der Leistungsempfänger zu einem erhöhten Leistungsanspruch. Sollte der umgekehrte Fall eintreten, trägt die Pflegekasse den Differenzbetrag.

Ab dem 01.01.2017 zahlen alle Pflegebedürftige, egal in welchem Pflegegrad sie sind, in einer Pflegeeinrichtung den gleich hohen täglichen Eigenanteil. Dieser richtet sich nach der durchschnittlichen Pflegestufenverteilung und Belegung in der Pflegeinrichtung vom 1. Quartal 2016. Da der Eigenanteil jedoch einrichtungsbezogen ist, unterscheidet er sich in den Pflegeeinrichtungen. Es gibt keinen bundeseinheitlichen Eigenanteil.

Weitere Informationen unter folgendem Link:

Bundesgesundheitsministerium